Lerntherapie

Was ist die Lerntherapie?

Unter Lerntherapie versteht man eine spezielle pädagogische Förderung für Menschen mit Lern- und Leistungsstörungen. Davon können Kleinstkinder, Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene betroffen sein. Die Vielfältigkeit von Lern- und Leistungsstörungen reicht von anlagebedingten Wahrnehmungs- und Teilleistungsstörungen über Entwicklungsverzögerungen, psychosozial bedingten Lernblockaden bis hin zu umschriebenen Entwicklungsstörungen.

Das Konzept der Integrativen Lerntherapie?

Innerhalb der Lerntherapie gibt es viele unterschiedliche Methoden und Ansätze, welche sich sogar gegenseitig ausschließen können.

In unserer Praxis verfolgen wir das Konzept der Integrativen Lernthapie. Dies ist ein ganzheitlicher Ansatz. Dabei wird angenommen, dass die Schwierigkeiten im Bereich des Lesens, Schreibens und / oder Rechnens ihre Usache darin haben, dass für diese Anforderungen ein Grundverständnis nicht oder nicht ausreichend entwickelt ist.

Die Betroffenen geraten so nach und nach in einen Teufelskreislauf aus pädagogischen, sozialen und innerpsychischen Faktoren. Schließlich baut sich eine negative Lernstruktur auf, welche sich zunehmend verfestigt.

Auf Grundlage einer individuellen Diagnostik und unter Einbeziehung eventuell bestehender Sekundärproblematiken wird innerhalb der Integrativen Lerntherapie ein Neuanfang in Bezug auf das Lernen an sich geschaffen. Dabei steht ein ressourcenorientiertes Vorgehen im Vordergrund. Somit soll eine ständige Sicherung von Erfolgserlebnissen in der Lernentwicklung gewährleistet sein. Außerdem ist das Zusammenspiel zwischen Eltern, Schulen und anderen Insitutionen wichtig. Hierzu finden begleitende Gespräche statt.

Oft ist es sinnvoll durch begleitende schulische Maßnahmen wie zum Beispiel zeitweises Aussetzen der Noten, Befreiung von Klassenarbeiten die Lerntherapie zu unterstützen.

Ursachen von Lernstörungen?

  • schwache Intelligenz
  • Teilleistungsstörungen (Störung des Lesens und Rechtschreibens                 (Legasthenie, LRS), Rechenstörung (Dyskalkulie) Konzentrationsstörung)
  • fehlende Motivation, Störung des Sozialverhaltens
  • emotionale Belastungen (familiäre und andere Konflikte)
  • körperliche oder hirnorganische Erkrankungen
  • unzureichender Unterricht (häufiges Fehlen / Schulwechsel)
  • mangelhafte häusliche Förderung
  • Entwicklungsverzögerung und Entwicklungsstörung

Wer trägt die Kosten?

Die Krankenkassen haben diese Leistungen nicht in ihrem Leistungskatalog aufgeführt.

Prinzipiell ist eine Kostenübernahme durch zuständige Jugendämter auf der Grundlage des KJHG, SGB VIII: § 27,3 „Anspruch auf Hilfe zur Erziehung“ möglich. Dazu muss ein entsprechender Antrag gestellt werden.

Für den Antrag auf Kostenübernahme für Lerntherapie ist Folgendes notwendig:

1. ein unabhängiges Gutachten welches die Diagnose bestätigt ( Arzt )
2. ein Gutachten darüber, dass aufgrund der Diagnose nach § 35a KJHG eine seelische Behinderung droht, oder bereits eingetreten ist, (Schulpsychologe, SPZ)
3. ein Schulbericht mit Dokumentationen und Bestätigung der Notwendigkeit einer außerschulischen Förderung (Lehrer, Schulpsychologe) beigefügt werden.

Die einzelnen Bestimmungen zur Genehmigung der Kostenübernahme und deren Modalitäten sind zwischen den einzelnen Jugendämtern sehr unterschiedlich. Oft müssen die anfallenden Kosten jedoch vom den Betroffen selbst oder deren Angehörigen getragen werden.